Hier findet ihr unsere konkreten Forderungen mal in ausführlicher Textform. Dabei sind natürlich noch lange nicht alle Themen umfassend behandelt und ausformuliert. Nehmt euch einfach mal einen Moment Zeit zum entspannten Lesen…

Wahlprogramm 2011

Hier findet ihr die Themen und Probleme, an denen wir in der Vergangenheit gearbeitet haben. Auch in Zukunft werden wir unser ganzes Engement in diesen Bereichen einsetzen, um zusammen mit euch eine bessere Zukunft zu kämpfen:

Wir treten für eine starke studentische Mitbestimmung ein! Studierende müssen Einfluss auf ihr Lernumfeld haben und die Universität mitgestalten können. Dies geht nur mit einer gleichberechtigten Stimmenverteilung für Lehrende, Studierende und Mitarbeiter_innen in den entscheidungstragenden akademischen Gremien.

Als Studierende benötigen wir eigene, unabhängige Organisationsstrukturen im politisch Handeln zu können: eine verfasste Studierendenschaft! Das bedeutet, dass wir durch Beiträge über Geld verfügen, das wir selbst verwalten können, um damit von der Uni-Leitung unabhängig und selbständig zu agieren. Verwaltet wird dieses Geld von gewählten studentischen Gremien: den Fachschaftsräten, der Versammlung der Fachschaften (VeFa), dem Studierendenparlament (StuPa) und dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Wir fordern darüber hinaus, dass sich Studierende auch zu gesellschaftlichen Themen öffentlich äußern dürfen. Wir kämpfen weiter für ein allgemeinpolitisches Mandat.

Lernen heißt nicht Büffeln und Pauken, sondern Begreifen und Verstehen. Lernen funktioniert nur selbstbestimmt. Das verlangt flexiblere Studienordnungen, eine freiere Wahl von Prüfungsformen und -zeiträumen, die Abschaffung der Zwangsexmatrikulation und ein flexibles Teilzeitstudium. Wir wollen gemeinsam lernen und nicht in Konkurrenz zueinander.

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Für ein Recht auf Masterplatz

Die Aufgabe der Universität als Teil des öffentlichen Bildungssystems ist nicht die Verknappung von Bildungsabschlüssen, sondern gerade das Ermöglichen derselben. Für den Zugang zum Master müssen die gleichen rechtlichen Grundlagen gelten, wie für den allgemeinen Hochschulzugang, dass bedeutet, dass die Universität in der Pflicht steht:

  1. ausreichend Kapazitäten bereit zu stellen,
  2. diese Kapazitäten voll auszulasten und
  3. den Zugang grundsätzlich jedem Zugangsberechtigtem (BA-Absolventen) bspw. über entsprechende Wartezeitregelungen zu ermöglichen.

Inzwischen hat sich auch Bundesbildungsministerin Schavan gegen zusätzliche Zugangshürden zum Master ausgesprochen und die Gründe dafür sind vielfältig:

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Soli statt Kasse

Die Versuche und Methoden Bildung und Wissenschaft der Logik des Marktes zu unterwerfen sind vielfältig. Der bekannteste Vorstoß ist sicher die Einführung von Studiengebühren, durch die ein Studium zunehmend zur Ware für ein zahlungsfähiges Publikum wird.

Aber auch an vielen anderen Stellen wirkt sich die Einführung von Marktlogiken aus: Bildung und Wissenschaft werden zur Ware, Studierende zu KonsumentInnen und Produkten ihrer Studiengänge. Wir sollen als UnternehmerInnen unserer Selbst unser Studium individualisiert managen. Die Orientierung an der Profitabilität unserer Bildungsinvestitionen wird immer wichtiger. Analoge Entwicklungen sind bei den Hochschulen als Institutionen zu beobachten: Unprofitable Studiengänge werden eingestellt, nur Elitestudierenden für den Master zugelassen und die PräsidentInnen werden zu ManagerInnen, die die Autonomie der Hochschulen vor allem für sich beanspruchen.

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Die Kunst nicht auf(zu)geben

Kunst bedeutet Freiheit

Wie komme ich dazu der Kunst eine solch bedeutsame Rolle zuzusprechen?

Vor kurzem sah ich auf youtube einen Clip, in welchem eine Gruppe von Studierenden ein ganz erstaunliches Kunstwerk geschaffen hat. Die Kamera sieht auf eine relativ weit entfernte Wiese mit Hang, auf welcher eine Schafherde, mit Hilfe von einigen SchäferInnen und noch mehr geschickten Border-Collies, zu den erstaunlichsten Choreografien getrieben wurde. So bildet die Herde im ersten Part etwa ein ‘Meta’-Schaf das über die Weide wogt. Und da man nun schon einmal solch ein fantastisches Spielzeug hat wird auch munter weitergespielt: als nächstes wird mit einer LED garnierten Schafherde Pong gespielt, ein Feuerwerk inszeniert und die Mona Lisa nachgestellt. Der bemerkenswerte Punkt hierbei ist für mich der Tatbestand des ‘Groben Unfugs’ da man weit über die Notwendigkeit hinaus gehandelt hat. Kunst ist unzweckmäßig, und hierin, paradoxerweise ganz und gar notwendig für den Menschen.

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Bildungsbrei aufmischen

„Bildungsreform“, „Bildungsgipfel“ und „Bildungsgesellschaft“ sind nur einige Schlagwörter, die uns im beginnenden 21.Jahrhunderts regelmäßig begegnen. Dass ersteres nie ernsthaft in Angriff genommen wird, zweitere kontinuierlich scheitern, letzteres unter diesen Umständen nie existieren kann und eine grundsätzliche Diskussion über den Begriff der Bildung ausgespart wird, ist dabei eher nachrangig. Doch die Bedeutung des Themas verbietet einen von Worthülsen dominierten Diskurs, der auch noch ohne die betroffenen Menschen, d.h. vor allem ohne Schüler_innen, Auszubildende, Studierende und Lehrende, geführt wird.

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Lernen und Lehren mit Methode!

Eine methodisch sinnvolle Gestaltung von Lehr-Lern-Situation ist eine für erfolgreiche Lernprozesse jeder Zielgruppe notwendig. Das vorherrschende Bild, nach dem Menschen je älter sie sind, umso weniger methodisch gestaltete Lernsituationen brauchen, ist rational nicht haltbar.

Doch leider ist dieses Bild dem derzeitigen deutschen Bildungssystem immanent. Betrachtet mensch Statistiken zu den verwendeten Methoden fällt deutlich ins Auge, dass die Methodenvielfalt mit der „Höhe“ des zu erreichenden Bildungsabschlusses im Schnitt immer weiter abnimmt. Während Grundschulen noch eine vergleichsweise große Vielfalt aufweisen, findet sich schon an Sekundarschulen und insbesondere an Gymnasien eine Monokultur des Frontalunterrichts. An Universitäten im Allgemeinen – wie auch an der Universität Potsdam – setzt sich dies fort. Nicht-frontale Lehr-Lern-Formen bilden die absolute Ausnahme. Vorträge – ob von Studierenden oder Dozierenden -fragendentwickelnder Unterricht und lehrer_innenzentrierte Diskussionen sind meist die einzigen verwendeten Methoden.

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Neue Lehre(r_innen) braucht das Land!

Schulentwicklung

Die Deutsche Schullandschaft braucht eine Qualitätssteigerung. Sie muss sich weiterentwickeln, da wir mit dem derzeitigen Stand schulischer Bildungs- und Erziehungsarbeit nicht zufrieden sein können. PISA, TIMS und insbesondere Civic Education zu Demokratieerziehung haben diese Erkenntnis in die Breite getragen. Insbesondere Schüler_innenvertreter_innen haben es schon lange zuvor auf ihre Fahnen geschrieben. Diese Erkenntnis muss auch Auswirkungen auf die Ausbildung von Lehrer_innen haben, denn ihre Fähigkeiten sind eine der wichtigsten Stellschrauben der Schulqualität. In den letzten 7 Jahren hat Schulentwicklung in Deutschland einen gewaltigen Sprung gemacht. Mit dem PISA-Schock, „Demokratie lernen und Leben“ und „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ und diversen landesweiten Programmen und Veränderungen ist vieles auf den Weg gekommen, das noch verstärkt weitergeführt werden muss. Eine notwendige Forderung für die Lehrer_innenbildung wird schon hier deutlich:

  • Lehrer_innenbildung darf nicht mehr auf die Schule von gestern vorbereiten, auch nicht auf die Regelschule von heute, sondern sie muss auf die Schule von morgen vorbereiten.

Diese Schule von morgen ist im laufenden Prozess schwer zu umschreiben, aber einige Merkmale dieser Schule stehen als Konsens der Parteien fest oder lassen sich aus den aktuellen Entwicklungen in den Schulen als deutliche Tendenzen beobachten. Ganztagsschule, Individualisierung des Lernen, Öffnung des 45-Minuten-Taktes sind drei dieser Merkmale.

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Antisexismus – Hä? Kein Sex, oder was?!

Nein! Antisexismus wendet sich nicht gegen Sex, sondern gegen die Diskrimierung Diskriminierung bzw. Unterdrückung von Menschen und Menschengruppen aufgrund ihres Geschlechtes. „Sex“ leitet sich hierbei von der englischen Bedeutung „Geschlecht“ ab. Der Antisexismus ist vor allem in der jüngeren Geschichte sogar eng mit der sexuellen Befreiung verknüpft – auch wenn beide Diskurse intersektional betrachtet werden sollten.

Wir von B.E.A.T. möchten eine Universität, in der sich alle Menschen unabhängig ihres biologischen und sozialen Geschlechts frei entfalten können. Wir wollen eine Uni, in der Gleichberechtigung von Frauen, Männern und allen Menschen, die sich nicht einem Geschlecht zuordnen können oder wollen.

SEXISTISCHES VERHALTEN

Leider ist das derzeit nicht annähernd der Fall. Die Universität ist kein gesellschaftsfreier Raum, das heißt wir treffen hier auf all die Vorurteile und diskriminierenden Meinungen sowie Handlungen, mit denen wir auch auf der Straße konfrontiert werden. Mir vergeht oft der Appetit, wenn ich der Mensa mitbekomme, wie Kommilitonen über Kommilitoninnen sprechen. Es bleibt nicht immer bei verbalem Sexismus. Auch sexistische Übergriffe sind keine Seltenheit.

Solcherlei Diskriminierungen ereignen sich nicht nur zwischen Studierenden. Teils geht sexistische Repression auch von Lehrenden, also aus einer überlegenen Stellung heraus, aus. Die Opfer bleiben ungehört. Es gibt keine Anlaufstelle, bis auf das Referat für Geschlechterpolitik im AStA, für betroffene Personen.

Wenn du sexistisches Verhalten beobachtest oder direkt davon betroffen ist, bleib auf keinen Fall still. Such dir Unterstützung bei Kommilitoninnen und sprich Missstände und Vorfälle laut an. So hilfst du auch, dass so etwas nicht mehr passieren kann.

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