Antisexismus – Hä? Kein Sex, oder was?!

Nein! Antisexismus wendet sich nicht gegen Sex, sondern gegen die Diskrimierung Diskriminierung bzw. Unterdrückung von Menschen und Menschengruppen aufgrund ihres Geschlechtes. „Sex“ leitet sich hierbei von der englischen Bedeutung „Geschlecht“ ab. Der Antisexismus ist vor allem in der jüngeren Geschichte sogar eng mit der sexuellen Befreiung verknüpft – auch wenn beide Diskurse intersektional betrachtet werden sollten.

Wir von B.E.A.T. möchten eine Universität, in der sich alle Menschen unabhängig ihres biologischen und sozialen Geschlechts frei entfalten können. Wir wollen eine Uni, in der Gleichberechtigung von Frauen, Männern und allen Menschen, die sich nicht einem Geschlecht zuordnen können oder wollen.

SEXISTISCHES VERHALTEN

Leider ist das derzeit nicht annähernd der Fall. Die Universität ist kein gesellschaftsfreier Raum, das heißt wir treffen hier auf all die Vorurteile und diskriminierenden Meinungen sowie Handlungen, mit denen wir auch auf der Straße konfrontiert werden. Mir vergeht oft der Appetit, wenn ich der Mensa mitbekomme, wie Kommilitonen über Kommilitoninnen sprechen. Es bleibt nicht immer bei verbalem Sexismus. Auch sexistische Übergriffe sind keine Seltenheit.

Solcherlei Diskriminierungen ereignen sich nicht nur zwischen Studierenden. Teils geht sexistische Repression auch von Lehrenden, also aus einer überlegenen Stellung heraus, aus. Die Opfer bleiben ungehört. Es gibt keine Anlaufstelle, bis auf das Referat für Geschlechterpolitik im AStA, für betroffene Personen.

Wenn du sexistisches Verhalten beobachtest oder direkt davon betroffen ist, bleib auf keinen Fall still. Such dir Unterstützung bei Kommilitoninnen und sprich Missstände und Vorfälle laut an. So hilfst du auch, dass so etwas nicht mehr passieren kann.


SEXISTISCHE WERBUNG

Die Universität ist Kulminationspunkt junger und – nach der Sozialstruktur der Studierendenschaft zu urteilen – zahlungskräftiger Menschen: eine beliebte Spielwiese für alle, die werben wollen. Angefangen von der Versicherung über Partyveranstalter_innen bis hin zu politischen Gruppierungen. Alle wollen an die Studis und (fast) alle spielen mit Geschlechterrollenbildern und Sex. Mit „weiblich-langen“ Beinen und einem „männlich-muskulösen“ Torso für eine bestimmte Hochschulpolitik zu werben, benutzt die Nacktheit und gesellschaftlich verankerte Ästhetik der Körper und entwertet sie damit. Mit der Überschrift „Für eine attraktive Hochschule“ wird der Flyer zur sexistischen Farce, die Ernsthaftigkeit der politischen Auseinandersetzung und die Universität als Bildungsinstitution verneint. Auch für Partys, u.a. von einzelnen Fachschaften, wird immer mehr mit „wollüstigen Traumfrauen“ als mit virtuosen DJ_anes geworben. Das ist Missbrauch von körperlicher Attraktivität und zugleich Manifestierung von Normbildern – Vorschriften wie Menschen idealerweise auszusehen haben.

STRUKTURELLE DISKRIMINIERUNG VON FRAUEN

Wir wollen auch einen Blick auf die strukturelle Diskriminierung von Frauen (und Transgendern) an der Universität werfen. Ist bei den Studierenden der Frauenanteil noch relativ ausgeglichen, sieht dieser bei den Professor_innen mit 21,8 % katastrophal aus. Wer weiß, dass beispielsweise die Berufungskommission für die Professur der geschlechtersoziologie hauptsächlich aus Männern bestand, findet das nicht verwunderlich. Warum sind im Gegensatz dazu die meisten Sekretariate mit Frauen besetzt? Auch studentische Selbstverwaltung glänzt nicht mit ausgeglichen besetzten Gremien. Im 12.AStA waren nur 4 von 16 Referent_innen weiblich. Im Studierendenparlament sind derzeit 21 von 27 Abgeordneten männlich.

Dies sind nur einige Beispiele für Sexismus an der Universität.

An der Hochschule werden so gesellschaftliche Geschlechterverhältnisse produziert und reproduziert.

Doch wir stellen uns qu(e)er! Wir lassen uns nicht in ein Raster pressen und tun dies auch nicht mit niemensch anderem. Wir setzen uns ein für Quotierung auf allen Ebenen.